Code.talks 2014 - Tag 1

Code.talks 2014 - Tag 1

Markus Günther 16. Oktober 2014 Konferenzen

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Und wieder einmal ist eine Konferenz vorüber und man kann in seinem Blog-Beitrag nur noch in den Erinnerung an eine tolle Veranstaltung schwelgen. Diese tollen Erinnerungen entstammen der größten Entwickler-Konferenz Europas. Am 9. und 10. Oktober 2014 fanden sich mehr als 1500 Teilnehmer im zentral gelegenen Cinemaxx Kino in Hamburg Dammtor ein.

Der Veranstalter ABOUT YOU hatte mit der Codetalks 2014 zum großen Klassentreffen der Entwickler-Szene geladen. Die Codetalks, frühere Developer Conference, jährte sich nun schon zum vierten mal. In den letzten Jahren ist die Konferenz stetig gewachsen und mittlerweile reichen die Räumlichkeiten der Otto GmbH nicht mehr aus. Ich persönlich nahm schon an der ersten Developer Conference teil und war auch in dem kleineren Rahmen sehr begeistert.

Doch nun zur diesjährigen Konferenz. Wie schon erwähnt fand das ganze in einem Kino, mit mehr als 1500 Entwicklern statt. Stellt euch also 1500 Entwickler vor die kostenlos Getränke, Nachos, Popcorn und andere Snacks konsumieren und sich dabei über technische Themen austauschen. Klingt doch ein bisschen wie das Paradies auf Erden für Entwickler, oder?

Ich persönlich hab es sehr genossen und ich nehme einen Fakt schon einmal vorweg. Ich komm gern wieder zu Codetalks nach Hamburg und ich denke das dies auch unser Stefan so sieht.

Am ersten Tag hieß es erst einmal ankommen, anstellen und registrieren. Wie man sich bei 1500 Leuten sicher denken kann ist die Schlange da etwas länger. Bekanntlich kommen immer alle zum gleichen Zeitpunkt. Hier schon einmal ein Lob an die Organisation. Für die Menge der Teilnehmer, ging es trotzdem recht flott voran. Und in der Schlage stehend konnte man schon den ein oder anderen Bekannten treffen und ein wenig plauschen.

Wie schon bei anderen Konferenzen werde ich nun ein paar Worte über die von mir besuchten Sessions verlieren.

User Groups: Act Locally – Think Globally

Um das Meetup noch bekannter und erfolgreicher zu machen, gilt es aus den Bahnen auszubrechen. Think globally war ein Teil des Titels. Und das sollte man tun. Zusammenarbeit mit anderen Usergroups (andere Städte oder gar disziplinfremde Usergroups). In Hamburg zum Beispiel halten hin und wieder TYPO3 Entwickler Vorträge auf einer Drupal Usergroup. Das bereichert alle und bringt Diskussionen in Gang. Gastvorträge bedeuten auch nicht zwangsläufig, dass der Vortragende lokal vor Ort sein muss. Beispielsweise können auch Leute über einen Hangout eingeladen werden.

Ich fand sehr schön, das PJ auch die Aus- und Weiterbildung im Auge hat. So organisieren sie auch Events für Kinder und bringen denen spielerisch das Programmieren bei. Grundsätzlich gilt „think out of the box“ oder besser „think out of YOUR box“.

PJs Vortrag war sehr inspirierend und regt zum Handeln an. Der Vortrag wurde leider nicht aufgezeichnet, doch ihr findet einen ähnlichen Vortrag von ihm auf YouTube.

Coole PHP Infrastruktur, nein Mum ich meine nicht Nginx mit PHP-FPM!

Meine erste Session führte mich zu einem in der TYPO3-Szene altbekannten Redner, dem Stefan Willlkommer. Dem Titel der Session konnte man schon entnehmen, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um das Projekt appserver.io der Firma TechDivision handeln wird.

Wir haben appserver.io in unserem Unternehmen schon einmal getestet und treue Leser unseres Blogs kennen sicher auch Stefans Erfahrungsbericht zu diesem Thema. Die Entwicklung des Projektes schreitet voran, da das Unternehmen TechDivision einen Mitarbeiter Vollzeit an dem Projekt arbeiten lässt.

Stefan Willkommer blickte in seinem Vortrag ein wenig in die Vergangenheit der PHP-Entwicklung und der damaligen Notwendigkeiten der Server-Architektur. Nun Zeiten ändern sich und in der Webentwicklung passiert dies rasend schnell. Daher reicht es heute häufig nicht mehr sich nur einen Apache Server aufzusetzen. Die Technologie zwingt uns Entwickler zu immer komplexeren Infrastrukturen um die Webapplikationen betreiben zu können.

Die Lösung des Problems sollte nun nicht unbedingt mehr Hardware sein (wie es heutzutage viele handhaben), sondern viel mehr die intelligente Nutzung der bestehenden Hardware-Ressourcen sein. Das Projekt appserver.io bietet einen „multi-threaded application server“. Die Entwickler des Projektes haben einmal über den Tellerrand des PHP-Kosmos geschaut und sich einiges aus der Java-Welt adaptiert. So kann man mit dem Appserver aus der Java-Welt bekannte Konzepte wie zum Beispiel Servlets verwenden.

Das Projekt ist komplett Open-Source und wird auf Github gehostet. Wir können gespannt sein was uns in der Zukunft noch erwartet.

10 lessons learned while growing from 1 to 1000

Die zweite Session hatte nicht mehr ganz den technischen Charakter, sondern mehr einen informativen. Leichte Kost nach dem überaus interessanten Tech-Talk. Stefan Klemm vom Unternehmen Goodgames Studio berichtete darüber, wie sein Unternehmen in den letzten 5 Jahren von einem kleinen Startup zu einem 1000 Mitarbeiter umfassenden Unternehmen gewachsen ist.

So ein Wachstum bringt natürlich ständige Veränderungen mit sich. Es war sehr interessant zu sehen wie Goodgames den Weg der ständigen Optimierung gemeistert hat. Stefan Klemm konnte dabei auch den ein oder anderen Rat an sein Publikum weitergeben.

User Groups: Act Locally – Think Globally

Als Organisator und Gründer der TYPO3-Usergroup Magdeburg musste ich einfach in diesen Talk gehen. PJ Hagerty aus Buffalo hat in den letzten Jahren eine sehr erfolgreiche Ruby Usergroup aufgebaut und aus der sogar eine jährliche Ruby Konferenz mit circa 200 Teilnehmern erwachsen ist.

Anhand dieser Session wurden einem auch gleich bewusst, dass das nicht nur eine rein deutsche Konferenz ist, auch wenn man dies auf den Fluren nicht vermutet hätte. Überall gab es deutsches Gemurmel. Doch standen den 20 englisch-sprachigen Vorträgen über einhundert deutschsprachige gegenüber. Somit hatte die Konferenz schon mehr einen deutschen als internationalen Charakter.

Doch kommen wir zum Vortrag von PJ, der extra den Weiten weg von Buffalo auf sich genommen hat. Es gibt unzählige User-Groups oder wie man es in den Staaten oft nennt - Meetups. Die meisten von ihnen sind jedoch nicht wirklich aktiv und somit auch für neue Mitglieder nicht attraktiv. Doch was tut man dagegen? PJ stellte sich vor einiger Zeit auch diese Frage und versucht nun anderen zu helfen. Er möchte andere Entwickler animieren sich zu organisieren oder falls man schon eine Usergroup hat, möchte er einem helfen die Usergroup erfolgreicher zu machen.

PJ ist in seinem Vortrag auf die Geschichte seiner Usergroup eingegangen und hat am Beispiel des Ruby Meetups Buffalo gezeigt wie man sich organisieren kann und was vermieden werden sollte.

Wie immer im Leben ist Kommunikation sehr wichtig. Wenn niemand deine Usergroup kennt, wird es auch niemand zu deinem Treffen schaffen. In unserer Branche bedeutet es auf Twitter, Facebook, meetup.com und in anderen Blogs präsent zu sein. Usergroup Treffen sollten dokumentiert werden. So können potentielle Teilnehmer sehen was sich in der Vergangenheit schon alles getan hat.

Neben der Kommunikation lebt eine Usergroup von den Teilnehmern und dementsprechend nett sollte man auch seine Leute behandeln. Jeder ist willkommen, jeder kann sich einbringen oder eben auch nur konsumieren. Aufgaben sollten in der Usergroup verteilt werden. Niemand sollte alles allein tragen doch Vorsicht die Akteure sollten auch nicht überfordert werden. Jeder hat neben der Usergroup viele Verpflichtungen, die in der Regel Vorrang haben. Vieles von den Dingen, die PJ empfiehlt, sollten selbstverständlich sein. Doch jeder der in sich selbst hineinhorcht weiss, dass das nicht immer so ist.

Die Performance steigern wir dann später durch Caching?

Der Vortrag von Arne Blankerts (thePHP.cc) und Sebastian Heuer (Globetrotter) war sehr interessant. Die beiden haben am Beispiel des Globetrotter Online Shops wieder einmal bewiesen, das eine auf den Anwendungsfall zugeschnittene Software um einiges besser performen kann als die Standard-Software.

Globetrotter hat früher ein Standard-Shop-System verwendet und ist mit diesem mittlerweile die Grenzen der Optimierungen gestoßen. Die Globetrotter Entwickler haben nun in den letzten Monaten ein neues Konzept und die daraus resultierende Anwendung unter der Beratung von thephp.cc entwickelt.

Das interessante an dem System ist, dass das Rendering auch ohne Caching verdammt schnell ist. Das Team hat sich eine Intelligente Lösung einfallen lassen, um mit möglichst wenig Datenbank-Abfragen zum Ziel zu kommen.

Die Shop-Filter werden als eine Suche behandelt und wie wir als Entwickler wissen, sind NoSQL Datenbank im Bereich des Suchens verdammt schnell. Das bedeutet, dass das Filtern von Produkten zu einer Anfrage an die Suche (NoSQL Datenbank) führt. Diese liefert als Ergebnis eine Menge von Produkt-IDs zurück und nun müssen diese Produkte nur noch gerendert werden.

Im Normalfall würde man ebenso für die Darstellung einer Produktliste einige Datenbank-Abfragen benötigen. Um die Kategorie, den Preis, das Rating des Produktes und die Produktdaten zu erhalten. Um diese scheinbar unvermeidbaren Queries ebenso einzusparen, wurde sich ein Rendering-System ausgedacht.

Dieses System basiert auf Snippets. Es gibt für ein Produkt mehrere Snippets, welche das vollständig benötigte HTML zum Darstellen dieses Bereiches umfassen. Wenn nun ein Produkt mit der ID 4711 gerendert werden muss, werden einfach nur die Snippets für das Produkt 4711 geladen und zusammengesetzt.

Diese Abfragen sind sehr schnell und benötigen daher auch kaum Performance. Zum Erstellen der Snippets werden nun gewisse Events im Ökosystem als Trigger genutzt. Wenn zum Beispiel jemand den Preis anpasst, wird das Snippet für den Preis neu generiert. Wenn jemand im PIM die Produktbeschreibung ändert wird ebenso das relevante Snippet neu generiert.

Mich haben die zum Teil doch simpel wirkenden Ideen sehr beeindruckt und wir konnten später auf dem Social-Event sogar noch eine Idee für uns adaptieren.

Open Commerce by ABOUT YOU: Lessons learned im Aufbau eines App Öko-Systems

Der Mitgründer der Codetalks-Konferenz und CTO von ABOUT YOU Sebastian Betz stellte die vor kurzem gelaunchte Open Commerce Plattform vor. Mit Hilfe von ABOUT YOU und ihrem System kann man sich als Entwickler sehr einfach und vor allem schnell einen eigenen Online-Shop oder eine eigene Shopping-App erstellen. Bisher beschränkt sich das Sortiment auf Mode, doch es wurde schon in Aussicht gestellt, dass das Produkt-Portfolio auch irgendwann erweitert werden wird.

Die Produkte stammen zum großen Teil aus dem Portfolio von Otto, doch man kann mit Hilfe des Merchant-Centers auch eigene Produkte bereitstellen.

Nach einer kurzen Zusammenfassung der Funktionsweise und der Idee dahinter, ging es auch ans eingemachte und die von ABOUT YOU bereitgestellte API und das Developer-Center wurden vorgestellt. Und was soll ich sagen, man kann mit verhältnismäßig wenig Code einen Shop entwickeln.

Falls man also eine Idee für eine Fashion App hat und nicht die ganze Infrastruktur für die Abwicklung vorhalten möchte oder kann - ist ABOUT YOU eine super alternative um Geld zu verdienen. Von den getätigten Umsätzen gehen 8% an den Urheber der App. Also potentiell an dich.

Wir haben ein wenig bedauert, dass es bisher nur Mode-Artikel sind. Aber vielleicht kommt ja bald ein Update auf ein breiteres Portfolio. Jedenfalls ist die Idee von ABOUT YOU sehr interessant.

Social Event

Was darf am Ende eines Konferenztages nicht fehlen? Richtig, das Social Event. Mit das wichtigste auf Veranstaltungen ist das Austauschen mit anderen Entwicklern.

Dieses Jahr fand dieses Event im Hühnerposten nahe des Hamburger Hauptbahnhofs statt. Die Organisatoren hatten sogar Shuttlebusse organisiert um die Mengen an den richtigen Ort zu bekommen. Für alle Speaker fand parallel noch ein Dinner statt, doch von diesem Dinner kann ich leider nicht berichten.

Der Hühnerposten schien auf Veranstaltungen dieser Größe spezialisiert zu sein. Essen für 1500 Menschen ohne große Warteschlangen zu realisieren kann nicht jeder. Doch die vielfältige und abwechslungsreiche Kost konnte entweder direkt am Platz von umherlaufenden Bedienungen entgegen genommen werden oder man bemühte sich an einen der 4 aufgebauten Stände. Jeder Stand konnte mit anderen Köstlichkeiten punkten. Asiatisches Essen aus der Pappbox, mexikanisches Chilli, norddeutscher Fisch oder amerikanische Hotdogs - für jeden Geschmack war gesorgt.

In den Nebenräumen und dem Außenbereich war dann genug Raum zum Reden, gemütlichem beisammen sein oder auch tanzen.

Die Stimmung war sehr locker und es hat Spaß gemacht ein Teil des Events gewesen zu sein. Wenn ich meinem Erinnerungsvermögen und meinem Fitness-Tracker trauen kann, ging die Feier bis in die sehr frühen Morgenstunden.

Tag eins der Konferenz endet somit, doch dies ist nicht das Ende unserer Berichterstattung. Der zweite Tag war mindestens genau so spannend. Viel Spaß beim Weiterlesen.


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