TYPO3 Developer Days 2014

TYPO3 Developer Days 2014

Markus Günther 24. Juni 2014 Konferenzen

0 Kommentare // Lesezeit: 8 min.

Am 19. Juni 2014 war es wieder soweit. Die TYPO3 Developer Days gingen in die neunte Runde. Als eines der offiziellen TYPO3 Association Events werden die TYPO3 Developer Days jedes Jahr an einem anderen Ort ausgerichtet - einzige Ausnahme machte hier Elmshorn in der Vergangenheit. Dieses Jahr ging es für die Entwickler nach Eindhoven in den Niederlanden. Der Ausrichtungsort konnte hervorragend via Auto, Bahn und Flugzeug erreicht werden und das Gebäude „techniekHuys“ war ebenso hervorragend für ein Event dieser Größe geeignet. Ein Kompliment vorweg an die Organisatoren für diese Wahl.

 Ich bin dieses Jahr für sgalinski Internet Services in die Niederlande gereist, um den Developer Days beizuwohnen und möchte meine Eindrücke hier mit euch teilen.
 

Tag 1

Den ersten Tag der Developer Days nutze ich um mich in Eindhoven zu orientieren. Ich mietete mir ein Fahrrad und erkundete die Gegend rund um das „techniekHuys“. In den Niederlanden bietet es sich schließlich an alles mit dem Fahrrad abzufahren. Eindhoven, bekannt für das Technik-Unternehmen Phillips, ist eine lebhafte Stadt mit vielen Geschäften, Bars und Restaurants sowie einladenden Cafés. Meiner Meinung nach ist Eindhoven eine Reise wert und perfekt für ein Event wie die Developer Days.

 Die Eröffnung der Developer Days fand gegen 14 Uhr statt. Vorher konnte man sich in einem Workshop auf die "TYPO3 Integrator"-Zertifizierung vorbereiten.

In der Eröffnungssession wurden durch den Community Manager Ben van ‘t Ende alte Hasen der Community mit Neulingen zusammengebracht. Die neuen Teilnehmer erhielten zudem ein Handtuch mit der Aufschrift „Member of the TYPO3 Community“. Ich fand diese Idee - T3Buddy genannt - sehr nett und man konnte in der Twitter-Timeline regelmäßig sehen, dass die zehn ausgewählten alten Hasen (u.a. Robert Lemke, Patrick Lobacher, Anja Leichsenring, Peter Pröll) sich rege um ihre Buddy’s bemühten.

Nach der Eröffnungssession hatte ich mich auf den vierstündigen Workshop zum Thema „Finally, REST“ gefreut. Doch konnte der Workshop nicht stattfinden. Nicolas Forgerit war leider erkrankt, auf diesem Weg noch gute Besserung. Da es einigen Leuten so erging, hat man sich einfach zusammen gefunden und ein ganze Weile erzählt. Ich konnte die Zeit nutzen, um einmal direktes Feedback zu unserem veröffentlichtem TypoScript-Plugin zu bekommen. Danke an alle für die konstruktiven Hinweise.

Tag 2

Nachdem ich am ersten Tag leider keinen Workshop besucht hatte, gab es viel Zeit um sich mit anderen Entwicklern der Community auszutauschen. Mein Ablauf für den zweiten Tag ergab sich zum Teil aus Gesprächen mit den Kollegen.

Themes: 

 Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde auf dem TYPO3Camp Essen eine Idee vorgestellt. Die Entwickler Jo Hasenau, Thomas Deuling und Kay Strobach  hatten das Ziel für TYPO3 austauschbare Templates, wie man es aus der Drupal- und Joomla-Welt kennt, umzusetzen. Und da ich diese Idee damals schon recht interessant fand, war ich gespannt was sich seit dem getan hatte.

Die drei stellten den aktuellen Stand ihrer Entwicklung vor, brachten Beispiele und beantworteten eine Menge Fragen aus dem Publikum. Zu guter letzt wurden Gruppen gebildet. Diese Gruppen sollten dann im zweiten Teil des Workshops an Themes arbeiten und das Projekt somit auch ein stückweit voran bringen. Es gab zum Beispiel eine Gruppe, die selbst einmal ein Theme von Grund auf erstellen wollten, eine Gruppe die ein bestehendes Bootstrap 3 Template in ein Theme-Package umwandeln wollten, eine Gruppe die Themes einfach auf Herz und Nieren testen wollten und eine Gruppe die die Dokumentation von Themes verbessern wollten.

Zusammenfassend war es ein sehr schöner Workshop und man kann denke ich gespannt sein auf das Endprodukt der drei Entwickler sein. Kay Strobach  hat einiges zu den Themes-Talks auf Google Plus zusammengefasst.

Getting started with Superheroic JavaScript Framework AngularJS

Wie man dem Titel schon entnehmen kann, handelte es sich in meinem zweiten Workshop,  um eine Einführung in AngularJS. AngularJS, oder kurz Angular, ist ein Open-Source-JavaScript-Framework, welches von Google entwickelt wurde.

Der Vortragende Armin Rüdiger Vieweg hat uns in wenigen Folien vorerst Angular Grundlagen erläutert. Er ging dabei vor allem auf das  MVW-Paradigma (Model, View, Whatever) ein. Neben der Vermittlung von theoretischen Grundlagen wurde mit Hilfe vieler Beispiele gezeigt, wie man WebApps oder Single-Page-Applikationen mit Angular erstellt.

Es scheint ein sehr interessantes JS-Framework zu sein. Auch wenn es mit über 100 Kilobyte recht groß ist, kann ich mir vorstellen es in einem kommenden Projekt einmal zu verwenden.

Der Abend des 2. Tages der Developer Days endete mit der traditionellen Coding Night. Viele Entwickler fanden sich in Gruppen auf den Freiflächen zusammen, um gemeinsam an TYPO3 CMS, TYPO3 Neos oder TYPO3 Flow zu arbeiten. Ein Tag zuvor wurde Version 1.1 von TYPO3 Neos veröffentlicht.

Tag 3

Mit dem dritten Tag der Developer Days waren wir schon wieder fast am Ende angelangt und die Anstrengungen waren dem ein oder anderen Entwickler schon anzusehen. Der Weg zum Kaffe wurde einmal häufiger angetreten als sonst. Doch trotz der Anstrengungen waren die meisten Teilnehmer voll bei der Sache und gut gelaunt ab 10 Uhr in den Workshops.

Introduction to DalekJS

Für mich begann der Tag mit einem Workshop zum Thema DalekJS. Peter Foerger von der d.k.d vermittelte uns in 4 Stunden die Grundlagen von DalekJS. Nun mögen viele Denken: „Nicht noch so ein Javascript Framework!“. Doch DalekJS kann man nicht mit AngularJS, jQuery und Co vergleichen. Mit Hilfe von Dalek ist es möglich funktionale Tests durchzuführen. Und im Gegensatz zu Behat und Cucumber werden die Test nicht in Gherkin formuliert, sondern in Javascript.

Und was liegt einem Entwickler näher als seine Tests in einer Programmiersprache zu schreiben, die er kennt. Ich selbst habe mich auch schon an Behat Tests versucht und ich muss sagen, dass das schreiben von Tests in Javascript mir mehr zusagt.

Neben den Grundlagen, der Installation und so weiter war es sehr interessant zu sehen, dass Dalek einen Treiber für SauceLabs anbietet. Somit kann ich meine Tests nicht nur auf meinem System in mehreren Browsern oder auf lokalen virtuellen Maschinen ausführen, sondern auch alle Tests automatisiert gegen sämtliche Kombinationen (Betriebsystem, Browser) auf SauceLabs ausführen. In meinen Augen ist Dalek eine sehr schöne Alternative zu Behat-Tests.

Deployment of TYPO3 CMS using TYPO3 Surf

Die TYPO3-Produktpalette wächst kontinuierlich und mittlerweile haben wir neben einem PHP-Framework, zwei Content-Management-Systeme, einer Template Engine auch noch ein Deployment-Tool. Dieses Tool basiert auf dem Framework TYPO3 Flow und nennt sich TYPO3 Surf.

Dieses Tool wurde anfangs dafür entwickelt Flow Applikationen zu deployen und somit konnte eine Flow Applikation wiederum eine andere deployen. Mittlerweile nutzen viele TYPO3 Surf um Neos-Seiten live zu stellen, aber nur sehr wenige haben bisher TYPO3 CMS-Präsenzen mittels dieses Werkzeugs deployed. 

Helmut Hummel hat uns in seinem Workshop zuerst einmal Surf von Grund auf erklärt und uns mit Beispiel-Applikationen praktisch gezeigt wie man mit Surf arbeitet. Ziel des Workshops sollte es nun sein das Deployment von TYPO3 CMS mit Surf zu vereinfachen, bzw. eine Art Standard zu definieren, wie man so etwas defacto machen kann.

Hierzu wurden angeregte Diskussionen geführt. Speziell das Thema Content-Migration spielte eine Große Rolle. Helmut Hummel erstellte während des Workshops ein Github-Repository, in dem eine angepasste Surf-Distribution für TYPO3 CMS entstehen soll. 

Wie schon beim Themes Workshop teilten sich die Teilnehmer in Gruppen auf um verschieden Aufgaben bei der Verbesserungen zu übernehmen.  Die Ideen und Vorstellungen der Diskussion wurden in einem Notes Dokument zusammengefasst.

Tag 4

Leider schon der letzte Tag der Developer Days. Es sind immer recht anstrengende Tage, doch man ist traurig wenn das Ende schon wieder erreicht wurde. Der letzte Tag stand bei mir unter dem Gesamtthema Neos.

Behat

Behat ist eine Möglichkeit funktionale Tests durchzuführen. Christopher Hlubeck gab in diesem Talk eine kurze Einführung in Behat und zeigte wie man mit Hilfe von Behat das TYPO3 Neos-Backend testen kann. Leider hatte ich schon einen Behat Talk von Christopher gesehen und somit gab es nicht viel neues für mich.

Development setup and deployment of Flow and Neos

Meine letzte Session vor dem Abschluss - hielten Henjo Hoeksma und Rens Admiraal. Es war mehr oder weniger eine Diskussionsrunde zu den Best-Practices in Sachen Flow- und Neos-Deployment. Es war interessant zu sehen, dass das Deployment unserer betreuten Projekte schon sehr nah an dem ist was die beiden als Deployment-Lösung favorisierten.

Zusammenfassung

Es waren wahnsinnig tolle Tage in den Niederlanden. Die Landsleute scheinen immer freundlich und nett zu sein. Die Mitarbeiter des Caterings waren gute Gastgeber und die Organisation und Helping Hands haben das ganz Event am Laufen gehalten.

Es war toll bekannte Gesichter wieder zu sehen. Tag ein, tag aus mit Freunden aus der Community zu diskutieren, sich zu beratschlagen oder einfach mal zusammen ausruhen und über private Themen reden. Möglich war das ganze nur, da neben uns als Drink-Sponsor, sich auch viele andere Firmen finanziell an den Kosten der Developer Days beteiligt haben. Danke nochmals an all diese Sponsoren. Ihr habt es, neben all den Teilnehmern und Organisatoren, zu einem tollen Event gemacht.

Die 10. TYPO3 Developer Days wurden ebenfalls bereits bekannt gegeben und werden nächstes Jahr in Nürnberg stattfinden. Wir werden auf jeden Fall wieder mit dabei sein und freuen uns bereits jetzt schon darauf.


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