Impressionen aus Neuseeland - Nordinsel

Impressionen aus Neuseeland - Nordinsel

Stefan Galinski 16. Januar 2015 Off-Topic

0 Kommentare // Lesezeit: 8 min.

Am zwölften Tag unserer Neuseelandreise hieß es Abschied nehmen von der Südinsel mit seinen wunderschönen Steppen, Ebenen und Wäldern. Mit einer Fähre ging es von Picton nach Wellington - eine Fahrt von 3 Stunden Dauer. Wie es uns auf der Südinsel erging, könnt ihr im Vorgängerartikel nachlesen.


Willkommen in Windy Welly


Angekommen in Wellington erhielten wir unseren neuen Mietwagen, welcher dieses Mal sogar nicht mit zahlreichen Kratzern, aber dafür mit Ledersitzen ausgestattet war ;-). Nach einer kurzen Stadterkundung und einem guten Essen sowie ein paar Krügen (Jugs) Bier in einer hiesigen Sportsbar, ging es dann ins Hotel, das sehr zentral in der Stadtmitte von Wellington lag. Die nächsten Stunden relaxten wir ein wenig und gingen am Abend dann nochmals zum Hafen runter, um das neue Jahr gebührend zu begrüßen. Die Stadt organisierte ein wunderbares Feuerwerk über dem Meer, aber leider muss ich Fotos schuldig bleiben, da diese alle nichts geworden sind.

Happy New Year

Nach dem erfolgreichen Auftakt ins neue Jahr ging es für uns etwas später als üblich am nachfolgenden Morgen weiter. Zu Beginn fuhren wir mit den hiesigen Cable Cars hinauf zum Observatorium und botanischen Garten von Wellington. Im Observatorium schauten wir uns das dortige Museum an sowie eine Show, welche uns das südliche Sternbild näher brachte. Insgesamt war dies ein recht interessanter Abstecher, konnte aber nicht mit dem folgenden Museumsbesuch mithalten - dem Te Papa Tongarewa.

Das Te Papa mit seinem freien Eintritt ist in etwa vergleichbar mit dem deutschen Museum in München, aber etwas kleiner. Generell ist es aber sehr spannend aufgezogen mit diversen Ausstellungen zu bestimmten zumeist inländischen Themen. Unter anderem ging es um die Maori-Kultur, dem Feuergürtel in welchem Neuseeland liegt und seine Erdbeben verdankt, der Kolonialzeit und weiteren Themen. Ein besonderes Highlight war die aktuelle kostenpflichtige Dinosaurier-Ausstellung mit einem Orginalmodell eines T-Rex sowie weiteren Dinosauriern und diversen interaktiven Elementen. Für einen besseren Eindruck schaut am Besten einfach mal durch den Flickr-Stream.

Weta Cave

Der Tag begann mit einem besonderem Highlight - dem Besuch des Weta Caves. Diese unter anderem von Peter Jackson gegründete Firma ist für die digitalen und technischen Tricks von Filmen wie "Der Herr der Ringe", "Der Hobbit", "Avatar" und vielen weiteren verantwortlich. Leider konnten wir keine Führung durch deren Workshops erhalten, aber dennoch lohnte sich der Besuch aufgrund zahlreicher interessanter Ausstellungsstücke.

Weiter ging es zum Virginia Lake in Whanganui wo wir im Fiesta Court Motel übernachtet haben. Dank dem hiesigen Motel-Eigner konnten wir unsere Bierkenntnisse um japanisches Reisbier erweitern, welches insgesamt durchaus genießbar ist, wie so einige Biersorten die in Neuseeland importiert und auch selbst gebraut werden.

Aufstieg

Ein Tag wie jeder Andere? Nicht in Neuseeland, denn heute hieß es den 2797m hohen Mount Ruapehu zu besteigen - zumindest fast, da wir den Skyline Ridge genommen haben, der uns auf 2300 Höhenmeter führte vom 300m tiefer liegenden Ausgangspunkt - einem Cafe für Wanderer im Sommer und Skifahrer im Winter. Zum Cafe kamen wir per Fahrt mit dem Skilift wo wir eine tolle Aussicht genossen. Diese führte dabei übrigens auf das Gebiet, welches bei der Herr der Ringe Mordor hieß.

Über Seen und reißenden Flüssen

Im Anschluss ging es für uns weiter in Richtung Rotorua was für seine geothermischen Aktivitäten bekannt ist. Diese besuchten wir jedoch erst am folgenden Tag, da wir erst spät an unserem Ziel ankamen nachdem wir auf der mit mehreren Passstraßen gespickten Route einige Zwischenstopps eingelegt haben.

Nennenswert ist hier unter anderem der Kratersee Lake Taupo, welcher sich auf einer Fläche von 616 km² inmitten der Nordinsel Neuseelands erstreckt sowie die Huaka Falls. Letzterer Wasserfall befindet sich im im einzigen abgehenden Fluss, dem Waikato River, des Lake Taupo. Im Flickr-Stream findet ihr einige Bilder von diesem spektakulären Wasserfall mit seinen Stromschnellen, aber leider kann wohl nur die tatsächliche Nähe das wahre Gefühl beim Erleben dieses Naturwunders widerspiegeln. Nur ein weiterer Grund für jeden Leser dieses erstaunliche Land zu besuchen. :-)

Von geothermischer Aktivität ...

In Rotorua ging es am Folgetag weiter mit der Besichtigung des Geothermal Wonderland. Dieses Gebiet bietet eine Rundtour durch diverse teils mehr, teils weniger interessante vulkanischen Erscheinungen wie Schlammpools aus welchem auftreibende Gase immer wieder Schlammfontänen nach oben sprudeln lassen, stark sulfurhaltigen Wassergruben, kochendes Wasser in kleinen Tümpeln bis größeren Seen und gar ein Geysir mit bis zu 3m hohen Wasserfontänen. Letzterer wird manuell mit einer Zumischung von bestimmten Chemikalien zum Ausbruch gebracht.

Als Nächstes ging es weiter zum Skyline-Park in Rotorua in welchem wir nach einer Gondelfahrt auf einem höheren Hügel mit grandiosem Blick über die Stadt mit sogenannten Ludges in einem atemberaubenden Tempo in die Tiefe gefahren sind. Ludges sind wohl am Besten vergleichbar mit Schlitten, aber mit der Möglichkeit in diesen das Tempo und die Richtung zu steuern. Das Tempo ergibt sich jedoch nur durch die Abwärtsbewegung in eine tiefere Region des Hügels. Eine Teilnahme an einer solchen Fahrt empfiehlt sich jedem Besucher dieser Gegend der ein wenig Nervenkitzel spüren möchte.

... bis zu Vulkanen

Nach dem bereits erlebnisreichen vorangegangenen Tag ging es weiter nach Whakatane wo wir am frühen Morgen um 7:30Uhr mit dem Schiff nach White Island gefahren sind. White Island erhielt seinen Namen vom Captain James Cook, welcher dieser Insel aufgrund seiner Farbe so getauft hat. Die Insel selbst ist ein aktiver Vulkan, welcher erst im Jahre 2000 zuletzt ausgebrochen ist. Wir hatten somit die einmalige Gelegenheit, mit Helm und Gasmaske ausgerüstet, einen solchen Vulkan zu betreten und einen Blick in einen der Krater voll mit kochendem Wasser zu werfen. Der allgemeine Geruch und die stark schwefelhaltigen Gase der Insel machten es auch in der Tat erforderlich die Gasmasken zu tragen. Auf der Fahrt zur Insel hatten wir ebenfalls erneut die Gelegenheit einige Delfine in ihrer freien Wildbahn sehen zu können.

Wieder angekommen am Ursprungsort ging es weiter zu unserem nächsten Ziel, dem Quarry Park. Dieser von freiwilligen errichtete Park liegt an einem dicht bewachsenen Hügel nahe der Stadt Turanga an der Ostküste und wird scheinbar nur wenig von Touristen und Einheimischen besucht. Zumindest hinterließ dies den Eindruck, da wir scheinbar die einzigen Besucher an diesem Ort waren. Dies ist jedoch verwunderlich, da der Park selbst einen wunderbaren Eindruck hinterlassen hat und wie die Reise zu White Island absolut weiterempfohlen werden kann. Weiter nach Matamata erreichten wir dann am spätem Abend das Motel für die Nacht.

Hobbits!

Am viertletzten Tag war es endlich soweit, der Besuch von Hobbingen stand an. Dieser quasi obligatorische Ausflug war gerade zur richtigen Zeit, da die Vegetation auf ihrem Höchststand war und das Dorf mit dem letzten Hobbit-Teil sogar nochmals vergrößert worden ist. Insgesamt 44 Höhlen können betrachtet und eine sogar betreten werden. Hobbingen hinterließ bei uns einen grandiosen Eindruck, da der Ort live sogar noch viel schöner ist als in den Filmen zu erahnen. Nach der Besichtigung des Dorfes kehrten wir in den "Green Dragon" ein und genossen ein britisches Stout-Bier. Zurückgebracht nach Matamata setzten wir unseren Road Trip fort und fuhren weiter nach Waitomo, um die dortigen Höhlen zu besichtigen.

Hinab in den Untergrund

Der folgende Tag begann mit der Besichtigung zweier Höhlen in Waitomo, die für ihre Glühwürmchen bekannt sind. Eine der beiden wurde von der BBC sogar für "Planet Erde" genutzt. Die erstere Höhle war noch recht unspektakulär und wir sahen lediglich ein Skelett eines Moas - straußenähnlicher und ausgestorbener Vögel - sowie einiger anderer Tiere, welche von Löchern in der Decke der Höhle heruntergefallen und verendet sind. Die zweite Höhle war jedoch um einiges interessanter und bot einen spektakulären Anblick als wir mit einem Schiff durch eine Höhle geleitet wurde und an der Decke und den Wänden abertausende Glühwürmchen um ihre Aufmerksamkeit buhlten. Die Tour selbst kann ich in jedem Fall bedenkenlos weiterempfehlen.

Nachfolgend ging es für uns zur Besichtigung zweier Naturattraktionen in der Nähe. Zum einen war dies eine natürliche Brücke, welche sich oberhalb einer Schlucht befand und einen sensationellen Eindruck gewährte. Das nächste Ziel waren die Marokopo Falls, ein weiterer Wasserfall in Neuseeland, welcher nicht weniger interessant war. Doch seht einfach selbst die Fotos im Flickr-Album, um einen kleinen Eindruck zu erhaschen.

Endstation Auckland

So langsam zog sich unsere Reise dem Ende zu und es ging weiter zu unserer finalen Station - Auckland. Die größte Stadt Neuseelands ist auch zugleich die mit dem besten Straßenausbau. Immerhin gab es hier die ersten mehrere Kilometer zusammenhängender Autobahn (Motorway), welche aber dennoch wie alle Straßen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometer erlaubte.

In Auckland besichtigten wir den Zoo, um im Land der Kiwis auch noch einmal lebende Kiwis zu Gesicht zu bekommen. Neben diesen Tieren, gab es aber auch noch zahlreiche andere von Elefanten sowie Giraffen zu Pinguinen und Tigern. Insgesamt ein eher ruhiger Tag, welcher mit einem fantastischen Essen am Abend abgerundet wurde.

Last Day

Der finale Tag war im Vergleich relativ relaxed, da wir bereits am frühen Nachmittag unser Auto abgeben mussten. Die Zeit davor verbrachten wir in Auckland mit seinen derzeit 1,4 Millionen Menschen und den Abend im Motel am Pool. Zusammenfassend war der Urlaub grandios und erfüllte an sich alle Erwartungen, welche man an dieses tolle Land gestellt hat. Eine Reise hierhin ist in jedem Fall absolut empfehlenswert.


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